• Claudine Wenger

Frühling in der Chinesischen Medizin


Der Frühling ist die Jahreszeit des Holzelementes, zu dem der Gallenblasenmeridian und der Lebermeridian gehören. Nach der Ruhe und Zurückgezogenheit im Winter geht es nun um einen Neuanfang. Die Energie im Holzelement fliesst nach oben und gibt einen starken Impuls zur Selbstdurchsetzung, so wie Pflanzen durch den harten Winterboden durchbrechen.


Die Leber (Yin) verteilt diese Kraft dann gleichmässig und wirkt nährend. Der Frühling bringt Antrieb und Dynamik, sowie auch Kreativität, Pläne und Entscheidungen. Interessant ist, dass der Beginn neuen Lebens im Dunkeln verborgen liegt: Die zeitliche Zuordnung von Gallenblase und Leber liegt zwischen 23:00 und 03:00, die zugeordneten Monate sind Dez-Feb. Der Neubeginn wird also auf einer unbewussten Ebene vorbereitet. Im Schlaf und im «Winterschlaf» bereitet uns diese Planungsfunktion auf den Tag und auf den Frühling vor. Wenn uns diese Ruhe (die Wurzeln) fehlen, kocht diese Holzenergie zu stark hoch, was sich in Gereiztheit und Agressivität äussert. Ist sie blockiert leiden wir an «Frühlingsmüdigkeit» oder an Frustration (weil das Wachstum blockiert ist).


Das Holzelement verteilt Energie in unsere Muskeln, Sehnen und Bänder, damit wir aktiv werden können und unsere Pläne verfolgen. Sind wir dabei zu fixiert und hartnäckig in unseren Plänen, kann dies zu erhöhtem Muskeltonus führen. Zu schlaffer Muskeltonus hingegen geht meist mit Überanpassung und Planlosigkeit einher.


Auch die Augen haben einen Bezug zum Holzelement. Es geht hier um die klare Sicht, wohin man will und auch um eine Vision, die aus dem Unterbewusstsein aufsteigt.

Der Frühling soll uns also in Bewegung bringen und Wachstum ermöglichen. Mit wachem Blick treffen wir instinktiv die richtigen Entscheidungen und bewegen uns flexibel auf unser Ziel zu.


Autor: Claudine Wenger

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